von Peter Runge
Die Presse ist voll des Lobes. Auto-Bild http://www.autobild.de wählt die Überschrift: „Opels neue Ideal-Linie“. Gemeint ist der neue Insignia, der seinen Vorgänger Vectra ganz schnell vergessen lässt. Unzweifelhaft besteht Handlungszwang. „Opel muss mit dem neuen Insignia den direkten Weg zum Erfolg suchen. Das Startfeld in der Mittelklasse ist proppevoll besetzt, da bleibt kaum Raum zum Überholen“, schreibt die Zeitschrift. Die Rüsselsheimer setzen auf Emotion – und auf Technik. Das überzeugt auch die strengen Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) http://www.faz.net: Der Insignia wirke wie ein sympathischer Gewinner – „seit langem wieder ein Opel, der den spontanen Wunsch zum Einsteigen, Starten und Losfahren weckt“.
Doch zur Wahrheit gehört
auch: Die Marke Opel ist in Westeuropa über Jahre vom
Mutterkonzern GM vernachlässigt worden. ,,Ihr Image ist
verwässert, der einstige Markenwert wurde leichtfertig
verspielt. Opel liegt in Deutschland mit deutlich unter
zehn Prozent Markeanteil weit hinter den Erwartungen von
GM Europa. Der Weg der Wiederbelebung, der unter den
Slogan ,Entdecke Opel' eingeschlagen wurde, ist steinig
und mühselig. Mit dem Insignia bringt Opel ein neues
Fahrzeug auf dem Markt, das stellvertretend für diesen
Restart stehen soll. Der Preis für den Insigna ab 22.800
EUR ist eine eindeutige Kampfansage von Opel an seiner
Wettbewerber“, kommentiert Automobilexperte Stephan
Dorner http://www.icconcept.de/beraterteam.php vom
Beratungsunternehmen International Car Concept (ICC)
http://www.icconcept.de in Berlin.
Produktseitig hätten die Verantwortlichen mit diesem
Fahrzeug, wie es
scheint, bisher alles richtig gemacht. Dorner weiter:
,,Aber kann Opel sein Markenversprechen auch am Point of
Sale, also im Autohaus erfüllen? Unsere Erfahrungen
zeigen, dass Opel hier noch eine Vielzahl an Hausaufgaben
zu erledigen hat. Mit dem Markenversprechen wächst auch
proportional das Anforderungsprofil der Kunden. Speziell
bei der von Opel auch angepeilten Zielgruppe der
höherpreisigen Mittelklasse-Kunden. Die Opel-Kunden
möchten das über das Marketing publizierte Image auch
vor Ort bei ihrem Händler vorfinden. Und das können die
Opel-Händler flächendeckend noch nicht leisten. Aber in
jeder Schwäche liegt auch eine Chance. Es wäre
wünschenswert, wenn Opel wieder zu alter Stärke finden
würde. Schließlich ist Opel eine Marke mit Tradition."
Über das damalige Flaggschiff Opel Kapitän war die Presse jedenfalls auch voll des Lobes, weiß der Online-Dienst der Süddeutschen Zeitung (SZ) http://www.sueddeutsche.de: „’Sicherheit zuerst' hieß diesmal der Grundsatz in Rüsselsheim. Dass dabei Komfort und Eleganz nicht zu kurz kommen, versteht sich bei Opel von selbst’, resümiert 1958 das Hamburger Echo. Auch sonst ist die Presse vom neuen Opel-Flaggschiff begeistert. Die Main-Post aus Würzburg schreibt: ‚Ein neuer 'Kapitän' geht auf die Reise. Die Rüsselsheimer gaben ihm alles mit, was er brauchte - eine Freude für die Augen und mehr als das...’ Und die ADAC-Motorwelt spricht gar von der ‚repräsentativen Visitenkarte des Rüsselsheimer Werkes, nicht nur für Deutschland, sondern für Europa, ja für die Welt...’“ Kann der Insignia an diese stolze Tradition anknüpfen?



