Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL http://www.spiegel.de widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe der „Amtliche(n) Kriechfahrt“. Hintergrund: Etliche Autos, so der Autor Christian Wüst, verbrennen weniger als fünf Liter auf 100 Kilometer – doch leider nur auf dem Papier. Ein internationaler Prüfstandard solle jetzt Schluss machen mit der „Augenwischerei“. Die zurzeit geltende Norm – auch „Neuer Europäischer Fahrzyklus“ genannt – sei „uralt“. Das in der EU verbindliche Fahrprofil, so der Vorwurf, sei vor Jahrzehnten realistisch gewesen, „als noch Autos mit kaum 20 PS auf Deutschlands Straßen zuckelten“. Der tatsächliche Verbrauch liege rund 20 Prozent über dem Normwert.
Schwierigkeiten mit einer solchen Berichterstattung hat Uwe Röhrig, Ex-Vertriebschef für Mercedes-Benz und Maybach und heute Inhaber der Beratungsfirma International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de. „In erster Linie bestimmt das Fahrverhalten des Nutzers über den Verbrauch. Um es in einem Bild auszudrücken: Der IC-Zuschlag kostet eben mehr – und der ICE-Zuschlag noch mehr.“ Röhrig befürchtet eine weitere Verunsicherung des potenziellen Autokäufers. Die Branche habe jedoch momentan schon genügend Probleme mit der weltweiten Finanzkrise, der Debatte über Umweltzonen etc.
„Ich warne auch andere so genannte Autoexperten davor, Unruhe in die Automobilindustrie zu bringen, indem ständig maximale Nachlässe - nach Marke, Type und Wohngegend aufgelistet – marktschreierisch hinausposaunt werden - während gleichzeitig mit Sorgenfalten auf der Stirn prognostiziert wird, dass in den nächsten Jahren zehntausende von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie verloren gehen könnten. Ich halte ein solches Verhalten für zynisch. Doch anscheinend haben wir Deutsche Spaß daran, unsere eigenen funktionierenden Industrien kaputt zu reden“, bemängelt der ICC-Chef.



